Fehlgriffe vermeiden: Worauf man im Bewerbungsgespräch achten sollte
Fehlgriffe vermeiden: Worauf man im Bewerbungsgespräch achten sollte
Das Problem:
Viele Betriebe im Handwerk kennen es: Man stellt jemanden ein, doch nach kurzer Zeit merkt man, dass es nicht passt. Die Folge sind Unruhe im Team, hohe Kosten und jede Menge Stress. Klassische Bewerbungsfragen oder Assessment-Center helfen dabei oft wenig – sie zeigen nicht, ob der Mensch wirklich ins Team passt.
Die Lösung:
Anstatt sich auf Standardfragen oder das Selbstbewusstsein des Bewerbers zu verlassen, solltest du auf die Fragen achten, die der Bewerber dir stellt. Wer sich wirklich für den Beruf und dein Unternehmen interessiert, wird Fach- und Detailfragen stellen – und sich bereits vorab mit deinem Betrieb auseinandergesetzt haben. Das ist ein klares Zeichen für Motivation, Loyalität und langfristigen Erfolg.
Freiräume: Wie es Euch gelingt weniger erreichbar zu sein - und der Betrieb trotzdem besser läuft
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Überblick
Den richtigen Mitarbeiter einstellen: Worauf es im Bewerbungsgespräch ankommt
Habt ihr auch schon mal die falsche Person eingestellt? Seid damit richtig auf die Schnute geflogen und fragt euch jetzt, wie ihr das beim nächsten Mal vermeiden könnt? Genau darum geht es in dieser Folge des Unternehmerfreuden Podcasts.
Wie finde ich heraus, ob der Bewerber wirklich zu meinem Betrieb passt?
Wenn wir Mitarbeiter suchen, geht es oft um Stellenanzeigen, Jobportale oder Social Media. Doch sobald Bewerbungen eingehen, stellt sich die entscheidende Frage: Wie finde ich heraus, ob der Mensch wirklich zu uns passt? Fachliche Eignung kann man noch relativ leicht prüfen – zum Beispiel über Probearbeiten. Schwieriger ist es zu erkennen, ob jemand charakterlich ins Team passt.
Und genau das ist aus meiner Sicht der wichtigste Punkt. Denn nur mit einem Team, das menschlich harmoniert, kann ein kleiner Betrieb erfolgreich sein.
Vergesst Trick-Fragen und Psycho-Aufgaben
Viele Firmen arbeiten mit vorbereiteten Fragen, Assessment-Centern oder Tests. Doch seien wir ehrlich: Diese Methoden zeigen nur wenig über den wahren Charakter. Im Bewerbungsgespräch verkaufen sich beide Seiten – sowohl das Unternehmen als auch der Bewerber. Authentizität ist da selten.
Auch schriftliche Bewerbungen mit Anschreiben sagen wenig aus. Meist sind sie auswendig gelernt oder so formuliert, dass sie „perfekt“ wirken sollen. Für mich persönlich sind sie daher nicht entscheidend.
Entscheidend ist, was der/die Bewerberin fragt!
Meine wichtigste Erkenntnis aus vielen Jahren Mitarbeitergewinnung ist: Die besten Mitarbeitenden erkennt man an den Fragen, die sie stellen.
Es geht nicht um Fragen nach Gehalt, 4-Tage-Woche oder Bike-Leasing. Sondern um Fachfragen, die echtes Interesse zeigen. Zum Beispiel:
„Mit welcher Software arbeitet ihr im Büro?“
„Welche Maschinen setzt ihr ein?“
„Wie organisiert ihr eure Projekte?“
Solche Fragen zeigen, dass der Bewerber wirklich wissen will, wie die Arbeit abläuft – und dass er oder sie sich für den Beruf interessiert.
Fehlanstellungen vermeiden
Studien zeigen: Rund die Hälfte aller Neueinstellungen scheitert innerhalb von 18 Monaten – selbst bei HR-Profis. Das liegt oft daran, dass selbstbewusste Menschen im Gespräch überzeugender wirken. Doch Selbstbewusstsein sagt nichts darüber aus, ob jemand im Alltag wirklich gute Arbeit leistet.
Manchmal sind es gerade die stilleren Menschen, die später die zuverlässigsten Mitarbeitenden sind. Deshalb ist es so wichtig, sich nicht blenden zu lassen.
Hat der Bewerber sich über Euch informiert?
Ein zweiter entscheidender Punkt: Hat sich der Bewerber mit deinem Unternehmen beschäftigt? Wer keine Ahnung hat, was ihr macht, oder sich nicht mal eure Website angesehen hat, zeigt, dass echtes Interesse fehlt. Eine Topkraft wird sich immer vorbereiten – und auch kritische Fragen stellen.
Fazit
Es gibt keine 100%ige Sicherheit bei der Mitarbeiterauswahl. Aber du kannst die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich erhöhen, wenn du auf zwei Dinge achtest:
Stellt der Bewerber Fachfragen zum Beruf?
Hat er sich mit deinem Unternehmen auseinandergesetzt?
Wenn beide Punkte erfüllt sind, steigen die Chancen enorm, die richtige Person einzustellen – und langfristig ein starkes Team aufzubauen.
Über den Autor
Daniel Dirkes
Daniel Dirkes ist deutschlandweit anerkannter Handwerk-Experte. Er hat ein Buch, sowie über 70 Fachartikel veröffentlicht und Vorträge vor tausenden von Handwerksbetrieben gehalten.
Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Auf Kurs GmbH. Seit 2005 hat er über 200 Handwerksbetrieben in Fragen der Strategie, Marketing und Mitarbeitergewinnung beraten.
Zudem führt er mit der Concept Reitplatzbau GmbH & Co. KG selbst ein Bauunternehmen.
In seinem Podcast "Unternehmerfreuden" berichtet er aus dem Alltag inhabergeführter Betriebe:
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